Strategische Unternehmensplanung
Seit Gründung der Bundesrepublik Deutschland 1949 gab es 7 Konjunkturkrisen aus welchen die deutsche Wirtschaft jeweils gestärkt hervor ging. Seit 2023 befinden wir uns jedoch nicht in einer Konjunkturkrise, sondern in einer strukturellen Krise. Diese stellt die Wirtschaft in der Bundesrepublik Deutschland vor enorme Herausforderungen.
Ursachen der gegenwärtigen Strukturkrise sind die hohen Energiepreise, der Fachkräftemangel, eine überbordende Bürokratie, hohe Steuer- und Sozialabgaben, der Klimawandel und Ressourcenknappheit, Krieg in der Ukraine, Geopolitische Spannungen mit Tendenzen zur Deglobalisierung und eine beschleunigte digitale Transformation. In der Folge erleben wir in der Bundesrepublik Deutschland eine schleichende Deindustrialisierung und eine Zunahme von Insolvenzen auch großer und älterer Unternehmen. Dies wiederum führt zu massiven Steuerausfällen beim Bund, den Ländern und den Kommunen. Viele Kommunen und Städte sind inzwischen pleite und können Ihren Haushalt nicht mehr aus den Steuereinnahmen und Gebühren decken.
Für Architektur- und Ingenieurbüros bedeutet dies, dass Sie eine aussagekräftige Analyse zur Kundenstruktur erstellen müssen, wenn Sie nicht in einer Abwärtsspirale landen wollen. Zusätzlich ist eine Branchenstrukturanalyse erforderlich um jene Zielgruppen zu identifizieren, welche wachsen. Auf Basis dieser Erkenntnisse muss das Leistungsspektrum auf den Bedarf der wachsenden Zielgruppen überprüft werden. Das bedeutet nicht, dass man sein Leistungsspektrum in Frage stellt, sondern auf die Bedürfnisse der neuen Zielgruppen anpasst.
Nach der Ist-Analyse ist ein Sollkonzept für eine strategische Neuausrichtung zu erstellen. Klar benannt werden muss darin die Kernkompetenz, den Absatzmarkt und die Zielgruppen in welchen man Projekte akquirieren möchte. Auf dieser Basis kann anschließend ein Maßnahmenplan und eine G + V-Planung zum Controlling erarbeitet werden. Danach kann mit den Marketingmaßnahmen und der Akquisition begonnen werden.
Wichtig ist hierbei vor allem Disziplin und Ausdauer, da sich der Erfolg nicht über Nacht einstellt, sondern zeitverzögert einsetzt. Mit dem Turnaround müssen dann die vorhandenen Kapazitäten sorgfältig geplant werden, damit es nicht durch Überlastung der Mitarbeiter zu fehlerhaften Planungen kommt.
Eine Kapazitätsausweitung durch die Gewinnung neuer Mitarbeiter muss immer sorgfältig geprüft werden, weil durch den Eintritt der Babyboomer in den Ruhestand und dem zu geringem Nachwuchs von Architekten und Ingenieuren ein anhaltender Fachkräftemangel herrscht, der weiter zunehmen wird. Hier kann allerdings die Digitalisierung, BIM und die Künstliche Intelligenz den Planungsprozess entlasten, wenn diese in den Planungsprozess integriert werden.
Mut, Veränderungsbereitschaft und eine Strategische Unternehmensplanung helfen nicht nur den Industrieunternehmen, sondern auch den Architektur- und Ingenieurbüros aus der gegenwärtigen Strukturkrise herauszuwachsen.
Projekt: Beratung und Realisierung eines Unternehmenskaufs
Projektzeitraum: März 2023 – Juni 2023
Deutschland, Nordrhein-Westfalen
Ausgangssituation:
Mit Beginn seiner Promotion gründet ein Tragwerksplaner ein Ingenieurbüro für Baustatik und arbeitet zunächst als freiberuflicher Tragwerksplaner. Nach seiner Promotion führt der promovierte Tragwerksplaner das Ingenieurbüro hauptberuflich als Freiberufler weiter. Fünf Jahre nach Beginn seiner Promotion übernimmt der Tragwerksplaner zusätzlich 50,0 % der Geschäftsanteile an einer Architektur-/Ingenieurgesellschaft mit beschränkter Haftung von seinem Vater.
Elf Jahre später will der zweite Geschäftsführende Gesellschafter, ein Architekt, der 50,0% der Geschäftsanteile hält, altersbedingt seine Geschäftsanteile verkaufen. Der Tragwerksplaner möchte die Geschäftsanteile des Architekten kaufen und sein Einzelunternehmen in die GmbH einbringen. Die Ingenieurgesellschaft soll strategisch neu ausgerichtet werden.
Ziel der Beratung:
Ziel der Beratung war die strategische Ausrichtung und Positionierung der Ingenieurgesellschaft unter den sich veränderten Marktbedingungen zur Zukunftssicherung zu klären.
Ist-Analyse:
Die Ist-Analyse beinhaltete eine G + V-Analyse und eine Analyse der Kostenstruktur mit dem Ziel die Ertragskraft für die strategische Neuausrichtung zu ermitteln.
Weiterhin wurde eine Analyse der Kennzahlen im Personalbereich, eine Markt-, Kunden- und Wettbewerbsanalyse, sowie eine Portfolioanalyse des Leistungsspektrums durchgeführt.
Jede einzelne Analyse wurde mit einer Zusammenfassung der wesentlichen Erkenntnisse abgeschlossen.
Sollkonzept:
Die wesentlichen Erkenntnisse aus den einzelnen Analysen der Ist-Analyse bildeten die Grundlagen für die Konzeption der Strategischen Neuausrichtung.
Mit der Strategischen Neuausrichtung wurde das Leistungsspektrum, der Absatzmarkt, sowie die Zielgruppen klar und zweifelsfrei definiert. Auf dieser Grundlage wurde anschließend eine G + V-Planung für die kommenden fünf Jahre und ein Maßnahmenplan mit insgesamt 15 Maßnahmen erarbeitet.
Realisierung:
Die Umsetzung der zeitlich festgelegten Maßnahmen wurden von mir vierteljährlich mittels Videokonferenz mit dem Geschäftsführenden Gesellschafter überwacht.
Inzwischen sind 2 ½ Geschäftsjahre vergangen, in welcher die Bauwirtschaft geschrumpft ist. Mein Mandant war davon nicht betroffen, sondern konnte seine Wachstumsstrategie umsetzen.



