Die deutsche Bauwirtschaft schrumpft nunmehr seit 1995 und ein Ende ist auch im Jahr 2003 nicht abzusehen. Die Kommunen stecken in der schwersten Finanzkrise seit Gründung der BRD und sind vielfach nicht mehr in der Lage die notwendigen Infrastruktur-/ Instandhaltungsmaßnahmen durchzuführen. Der Wohnungsbau liegt am Boden und auch vom Wirtschaftsbau gehen seit 2001 aufgrund konjunktureller Entwicklungen keine nennenswerten Impulse aus.

Welche Vision verfolgen Sie mit Ihrem Ingenieurbüro? In der ersten Ausgabe 2013 der Zeitschrift Beratende Ingenieure beschäftigte sich Jochen Scholl mit den Wachs­tums­faktoren im Ingenieur­büro und schlug vor vom „Alten Fritz“ zu lernen. Dieser Beitrag hat nicht den Anspruch, sich mit den Ausführungen von Jochen Scholl auseinander­zusetzen, sondern soll in der aktuellen Markt­situation dazu anregen die gute Auslastung der Büros zu nutzen um sich strategisch so auszurichten, dass wieder ordentliche Umsatz­renditen erzielt werden und die Wett­bewerbs­fähigkeit der Büros gesichert wird.

In den zurückliegenden 4 Jahren ist der Umsatz der Branche bei einer schlechten Umsatz­rentabilität leicht gestiegen. Niederschlag findet diese Entwicklung in teilweise stark rück­läufigen Geschäfts­führer­vergütungen, stagnierenden oder rückläufigen Mitarbeiter­vergütungen, sowie in einer rückläufigen Anzahl an Beschäftigten in den Ingenieur­büros der Neuen Bundesländern. Grob umschrieben sind das die Ergebnisse einer gemeinsam von der Messner Management Consultants und dem Verband Beratender Ingenieure im Sommer 2003 durchgeführten Befragung unter den Mitgliedern des Verbands Beratender Ingenieure.

In den zurückliegenden Geschäftsjahren 2005 und 2006 mussten die Peter Messner Management Consultants bei den von uns durchgeführten Beratungsprojekten feststellen, dass die Zahl der Architektur-/Ingenieurbüros, die uns beauftragten nachdem sie in eine bedrohliche Unternehmenskrise geraten sind stark zugenommen hat. Deshalb setzen wir uns in diesem Beitrag mit der Früherkennung von Unternehmenskrisen auseinander.

Bedeutung von Strategie und Controlling in gesättigten Märkten

Nach der Definition des österreichischen Ökonomen Joseph Alois Schumpeter sind Unternehmer Personen, die Absatzmärkte laufend analysieren, Strategien zur Befriedigung von Absatzmärkten entwickeln und zielstrebig umsetzen. Folgt man dem Begriff Schumpeters und vergleicht diese mit der gegenwärtigen Entwicklung der Branche Architektur- und Ingenieurbüros kommt man zum Ergebnis, dass die Büros kein Marktproblem haben, sondern sich bisher unzureichend mit ihrer strategischen Ausrichtung beschäftigt haben.

Die seit 10 Jahren schrumpfende Bauwirtschaft hat auch in der Branche der Architektur- /Ingenieurbüros zu einem scharfen Verdrängungswettbewerb geführt. Immer mehr Inhaber und Geschäftsführer von Architektur- und Ingenieurbüros beschäftigen sich folglich mit der Frage wie sich in Zukunft die Absatzmärkte in der BRD entwickeln werden und welche Chancen sich daraus ergeben? Dieser Beitrag versucht Antworten auf die vorausgegangene Frage zu geben.